Ausstellungen | »Farbuniversen«

Farbuniversen

Hermann-Josef Kuhna, der 1944 in Weißensee-Ottenhausen geboren wurde und bereits mit 28 Jahren an der Kunstakademie Münster lehrte, gehört zu den bedeutenden Künstlern der deutschen Kunstszene. Sein Oeuvre ist gekennzeichnet durch einen unerschöpflichen Ideenreichtum, eine einmalige strukturierende Gestaltungskraft, ein unvergleichbares Gespür für die Farbe und durch ein präzises und akribisches handwerkliches Können. Hermann-Josef Kuhna hat sich so eine eigenständige Bildsprache erarbeitet, die sich ganz aus der Wirkung der Farben, ihrer Stofflichkeit und Körperlichkeit generiert. So entstehen in seinen Bildern immer neue »Farbuniversen«. Jedes Bild für sich kreiert einen eigenen, autonomen Kosmos, in den der Betrachter aufgefordert wird einzutauchen. Die Galerie Michael Nolte widmet sich nun erstmals in einer großen Einzelausstellung dem komplexen Werk Kuhnas.

Die Malerei Hermann-Josef Kuhnas spielt mit den Interaktionen und Interdependenzen der einzelnen Farben und ihren gegebenen Ausformungen als Punkt, Tupfer oder Strich. Es ist ein Prozess, der den einzelnen Farbton in seinem jeweiligen Farbkontext in seiner Wirkung beeinflusst und verändert, und den der Künstler bewusst nutzt, um mit ihm ganz bestimmte Empfindungen und Zustände auszudrücken. Dabei setzt der Künstler kleinteilige Farbtupfer, -flecken oder kurze Striche mit größter Präzision und akribischer Genauigkeit Schicht für Schicht auf den farbigen Leinwandgrund. Im Geiste verbinden sich diese »Formteile« [Kuhna] zu Strukturen, die Bewegung und Rhythmus stimulieren oder aus denen ornamentale oder figurative Elemente auftauchen. In ihrer Tiefenwirkung verwandeln sich seine Bilder in Farbräume, die – wie in der Musik – unsere Gefühle ansprechen.

Die teils lyrisch-poetisch klingenden oder mit den Wortbedeutungen spielenden Bildtitel, wie »Schönes Böses«, »Tagtraum« oder »Befleckte Empfängnis«, geben Hinweise, welche atmosphärische Stimmung, welche Botschaft der Künstler ausdrücken will. Dabei eröffnen die All-Over-Strukturen vielfältige Assoziationen:
Für den einen mögen sie an eine mikroskopische Welt erinnern, die an sich für uns mysteriös und unsichtbar, erst durch die zig-fache Vergrößerung des Mikroskops visuell erfahrbar wird; für einen anderen wiederum entwickeln sie eine magisch anziehende, psychedelische Kraft, die ihn in das Farbuniversum des jeweiligen Bildes hineinzieht und ihn mit diesem verschmelzen lässt. In ihren Bewegungsströmen und Verwirbelungen lässt sich aber auch die Dynamik und Systematik eines Vogel- bzw. Fischschwarms entdecken oder ihr raffiniertes Spiel aus konkaven und konvexen Wölbungen formiert sich zu Landschaften mit Feldern, Wiesen, Bergen und Tälern. Aber auch seine Passion für Fossilien taucht immer wieder aus den Farbstrukturen auf.



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Gallery

Gesäht

, 80 x 60 cm, 2008, Öl auf Leinwand

Sassnitz Night

, 110 x 130 cm, 2007, Öl auf Leinwand

Jugendliebe

, 160 x 170 cm, 2010, Öl auf Leinwand

Flying

, 100 x 80 cm, 2008, Öl auf Leinwand

Schönes Böses

, 110 x 130 cm, 1999, Öl auf Leinwand

Pearls

, 130 x 170 cm, 2010, Öl auf Leinwand
Konzeption & Design: Mitja Eichhorn