Ausstellungen | »Schauraum " Artists Night "«

Schauraum " Artists Night "

Besel, Alexander
Cho, Jun Ho
Dornhege, Hans-Georg
Geisler, Stephan
Golding, Amartey
Kim, Min Clara
Klück, Jürgen
Kuhna, Hermann - Josef
Marienfeld, Stephan
Lüddecke, Hermann
Reiffers, Lars
Ripollés, Juan Garcia
Rouhonen, Elina
Stiller, Wolfgang
Sologub, Sergej
van Ahlers, Mechtild
Visione, Marion
Wakultschik, Maxim
Weinberg, Mario
Zhang, QiWei
Anlässlich des diesjährigen Schauraums präsentiert die Galerie Michael Nolte in ihrer Sonderschau „Artists Night“ Positionen aktuellster Gegenwartskunst. Dabei stellt sie in diesem Jahr die Arbeiten junger Talente dem Werk des deutschen Strukturalisten Prof. Hermann-Josef Kuhna gegenüber. Teils Meisterschüler dieses ehemaligen Münsteraner Akademieprofessors verspricht dieser Dialog zwischen junger und arrivierter Kunst einen spannenden Einblick in die Entwicklung der Gegenwartskunst im deutschen Raum.

Die strukturale All-Over-Malerei PROF. HERMANN-JOSEF KUHNAS generiert sich ganz aus der Wirkung der Farben, ihren Interaktionen und Interdependenzen. Innerhalb dieser Kontextualisierung der Farbe schaffen die Farbstrukturen differenzierte Assoziationsräume, die beim Betrachter bestimmte Empfindungen, Vorstellungen und Zustände auslösen. Die teils lyrisch-poetisch klingenden oder mit den Wortbedeutungen spielenden Bildtitel, wie „Schönes Böses“, „Tagtraum“ oder „Befleckte Empfängnis“, geben Hinweise, welche atmosphärische Stimmung, welche Botschaft der Künstler ausdrücken will.

Im Kontext der Arbeiten des Akademieprofessors Kuhna eröffnet uns die Sicht auf die Bilder seiner beiden Meisterschüler GAN-ERDENE TSEND und MIN CLARA KIM eine interessante Facette in die künstlerische Entwicklung dieser beiden jungen Künstler, die bereits beide ihren eigenen, stilistischen wie künstlerischen Weg eingeschlagen haben.
Sowohl Gan-Erdene Tsend als auch Min Clara Kim, deren Werk wir erstmals in Münster ausstellen, zeigen in ihren Arbeiten eine Verinnerlichung der Lehren ihres Lehrers. So ist es bei Tsend die Auffassung von und der Umgang mit Farbe als Darstellungsinstrument phänomenologischer und psychologischer Zustände, während Kim an den Absolutheitsanspruch der Farbe und dem Spiel mit poetisch-lyrischen Bildtiteln als zusätzliche Kommunikationsebene des Werkes anknüpft.
Dabei setzt Min Clara Kim ihre Motive (Porträts und in asiatische Seidenstoffe eingepackte Gegenstände) schablonenartig auf einen meist weißen und schattenlosen Hintergrund in Szene, so dass sie scheinbar Ort- und Zeitlos in einem neutralen, undefinierten Raum schweben. In ihrer entmaterialisierenden Schattenlosigkeit verortet die Künstlerin sie in ein transzendentes, geistig-ideelles Zwischenreich.

Erstmals in Münster zu sehen sind auch die Skulpturen des 1966 in Hattingen geborenen Bildhauers STEPHAN MARIENFELD. Der Meisterschüler und langjährige Assistent von Anthony Cragg wurde vor allem durch seine „Bondage“-Objekte bekannt. In diesen Skulpturen setzt der Künstler ein raues und schroff wirkendes Seil in Kontrast zu einem glatt-glänzenden, zunächst formlosen Körper, der durch die Verschnürungen des Seils eine teils anthropomorphe Gestalt annimmt. Das raffinierte Fesselspiel des Seils wölbt den glatten Körper mit seiner makellosen Oberfläche meist prall nach außen auf und entwickelt in der Gegensätzlichkeit der Darstellung unterschiedlicher Materialität bzw. Stofflichkeit einen lustvollen und sehr sinnlichen Reiz.



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Konzeption & Design: Mitja Eichhorn