Ausstellungen | »Knopfdruck«

Knopfdruck

Löchte, Andreas
Spontan, vital und direkt sind die Fotografien des münsteraner Fotokünstlers Andreas Löchte, die dem interessierten Besucher vom 6. bis 26. Juni in der Galerie Michael Nolte erwarten. Dabei werden in streng limitierter Auflage großformatige Impressionen von Mensch und Natur Ozeaniens, Australiens, Nordamerikas und Indonesiens präsentiert.

Gerade in den vom Alltag bestimmten Menschenbildnissen gelingt es dem 1977 geborenen Andreas Löchte in einzigartiger Weise das Leben zu konzentrieren und zu verdichten. Als gebe der Zeitspalt von wenigen Hundertstel Sekunden, der den Lauf der Dinge fixiert, plötzlich Einblick in ein Lebensgefüge, das sonst nicht so deutlich fassbar und dem visuellen Zugriff eher verborgen ist. So leuchten auf den festgehaltenen Gesichtern oder in den Gesten Gefühle und Emotionen auf, die ansonsten unbemerkt bleiben.

Andreas Löchte beschreibt dieses Phänomen seiner Fotokunst folgendermaßen:

» Es ist schon verrückt wie sich das Leben neu ordnet, wenn eine Kamera ins Spiel gebracht wird. Wie sich das Bewusstsein der Porträtierten verändert und was ich in ihren Gesichtern einfange. Ein Fotograf muss am Ball bleiben, muss nur drauf drücken bis er schließlich seine Realität findet und sie festhält. Fotografie ist Interpretation! «

Immer konfrontiert Andreas Löchte das Objektiv mit intensiven Farbsituationen. Während die Aufnahmen aus der Alltagswelt auf diese Weise eine besondere Eindringlichkeit und Plastizität erfahren, werden die Landschaften – dem zweiten großen Thema seiner Fotokunst – in eine unerreichbar scheinende Ferne gerückt. Schön und unwirklich zugleich entsteht vor dem Betrachter eine traumhafte, fast paradiesische Welt. Die Landschaften erscheinen wie Kontemplationen über die Naturwirklichkeit, die in der festgehaltenen Intensität des Augenblicks nahezu physisch spürbar wird.

Mit dem Einsatz gesättigter Farben und mit dem häufig gewählten und unkonventionell wirkenden Blickwinkel aus der Froschperspektive rücken die Fotografien Löchtes in die Nähe der Arbeiten des bekannten amerikanischen Fotokünstlers William Eggleston, der als Vater der künstlerischen Farbfotografie gilt.

In dem alles entscheidenden Moment – dem »Knopfdruck« – verwandelt Andreas Löchte die Wirklichkeit vor seinem Objektiv ins Überzeitliche: im Falle seiner Menschenbildnisse entstehen so psychologisch faszinierende Seelenporträts, im Falle seiner Naturschilderungen transzendente Traumlandschaften.

Gallery

America

, 140 x 70 cm, 2009, Lambda auf Alu-Dibond

Tänzerin

, 140 x 70 cm, 2009, Lambda auf Alu-Dibond

Roostergirl

, 50 x 70 cm, 2009, Lambda auf Alu-Dibond
Konzeption & Design: Mitja Eichhorn