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Neue Werke

Die Ausstellung widmete sich dem komplexen und vielseitigen Werk von Sergej Sologub. Im Mittelpunkt stehen Bilder von New York, Küstenlandschaften und Frühstücks-Still-Leben.
Die Malerei des gebürtigen Russen Sologub, der seit 1991 in Deutschland lebt und arbeitet, ist durchtränkt von akribischer Genauigkeit und einer Vorliebe für eine detaillierte Schilderung der Natur. Seine Bildwelten sind von einer Atmosphäre durchdrungen, in der die Zeit wie eingefroren erscheint. Es geht um das Festhalten eines einzigen, einzigartigen Moments, in dem das Verhältnis zwischen der Natur bzw. dem Objekt und dem Pinsel des Malers anschaulich wird. Dabei offenbaren sich dem Betrachter immer kleine, schnell zu übersehende Unstimmigkeiten. Das auf dem ersten Blick erfasste stolpert gewissermaßen darüber und wird so zum Innehalten veranlasst. Aus der Hektik unserer Alltagswelt bietet uns der Künstler eine Verweilmöglichkeit und einen fiktiven Ort der Ruhe an.

Die »New York-Serie« wird beherrscht von ruhigen, erstarrten Winterstadtlandschaften. Keine Menschen, keine Autos oder andere Anzeichen dynamischen, urbanen Lebens findet der Betrachter in diesen Bildern. Die Stadt ist völlig entleert und wirkt wie leer gefegt. Nur die winterlich verschneite Natur und die Wolkenkratzer als stumme Zeugen menschlicher Zivilisation bestimmen den Bildinhalt. Sie erzeugen eine Stimmung, die zwischen Idylle und dumpfer Vorahnung, die von einer hereingebrochenen oder herannahenden Katastrophe kündet, schwankt.

Dagegen beschäftigt sich Sologub in seinen Frühstücks-Still-Leben mit Fragen des Gleichgewichts. Wie in den großen niederländischen Still-Leben des 17. Jahrhunderts arrangiert Sologub die einzelnen Gegenstände aus dem Alltagsleben (Kannen, Gläser, Früchte und Gemüse) auf einem Tisch. Doch anders als dort sind die Dinge oft zu einem wagemutigen Balanceakt einander zugeordnet, der die Gravitationsgesetze völlig außer Acht lässt. Auf diese Weise rückt die Illusion einer dargestellten Naturwirklichkeit in den Hintergrund. An deren Stelle tritt die Konzentration auf Form, Gewicht und Komposition. Die Dinge deuten den Taumel der sich rasch verändernden Zeit an. Auch die Küstenlandschaften widmen sich der Darstellung des Wandels. Das Meer zwischen Ebbe und Flut dokumentiert durch den festgehaltenen Moment – den Stillstand der Zeit – den Unabwendbaren Verlauf des Lebens und der Natur.

Die Malerei Sergej Sologub ist eine leise, ruhige Kunst, die sehr subtil, aber liebevoll einen Blick auf unsere Welt wirft. Sie stellt uns einen virtuellen Meditationsraum zur Verfügung, der zu Nachdenklichkeit, Reflexion, aber auch zu einem humoristischen Blick auf unser Leben anregt.

Gallery

Boathouse Central Park

, 150 x 200 cm, 2009, Öl auf Leinwand

Stillleben mit Glaskanne

, 100 x 150 cm, 2009, Öl auf Leinwand

Central Park

, 150 x 200 cm, 2009, Öl auf Leinwand

Tunnel

, 46 x 91 cm, 2007, Öl auf Leinwand

Wintergarten

, 80 x 100 cm, 2008, Öl auf Leinwand

Siesta

, 76 x 61 cm, 2008, Öl auf Leinwand
Konzeption & Design: Mitja Eichhorn